An alle Landesverbände sowie
An alle VereineSehr geehrte Damen und Herren, liebe Sportfreunde!
Ich wurde am 17.06.2007 vom Bundesvorstand des ÖBV für die Funktion des "Damen-Referenten“ kooptiert.
Das war deswegen notwendig, weil bei der Generalversammlung keine Einigung auf eine Person erzielt wurde. Diese Tatsache zeigt, dass Misstrauen vorhanden ist, manchmal Eigeninteressen über die Sachdienlichkeit gestellt werden und leider viele noch nicht erkannt haben, dass der Damensport im ÖBV an der Existenzgrenze angelangt ist.
Meine erste Aktion in der neuen Funktion ist daher ein Appell an alle Funktionäre, die mit Damenbasketball zu tun haben, persönliche Animositäten und Interessen (und manchmal wohl auch die des Vereins) hintanzustellen und an der Rettung bzw. am Neuaufbau mitzuhelfen. Ohne Gegner kann ja auch die stärkste Mannschaft nicht spielen.
Damenbasketball ist ein absolut ernst zu nehmender und traditionsreicher Sport, der nur 1 Jahr jünger ist als das Spiel der Herren: Bereits 1892 entstand in den USA das erste Damen-Basketballteam (Smith College, North Hampton), seit 1976 (Montreal) ist Damenbasketball bei Olympischen Spielen vertreten und bereits 1949 gab es einen offiziellen österreichischen Meister (Post SV Wien). Dass es in Österreich als Randerscheinung in einer "Randsportart“ betrachtet wird, hat viele Gründe. Der völlig unsinnige Vergleich mit den Herren ist nur einer davon.
Ich habe seit 1976 ununterbrochen weibliche Basketballmannschaften (dazu bisweilen auch männliche) trainiert und kenne die Szene von den Minis aufwärts bis zum Nationalteam. Und ich habe den Niedergang miterlebt. Bis 1991 gab es in Österreich bei den Damen eine Bundesliga A und eine Bundesliga B mit je 8 Mannschaften - davon können wir heute nur noch träumen. Die Ursachen für das Mannschaftssterben sind vielfältig und mit Sicherheit waren auch der ÖBV und die Bundesliga daran nicht unbeteiligt.
Beide Verbände haben nun ihr Interesse an einer Rettung des Damensports bekundet und gehen mit gutem Beispiel voran. Als erster Schritt wurden Gremien installiert, die die speziellen Interessen der Damen vertreten sollen. Ich gebe mich keiner Illusion hin: Die Mission dieser Vertretungen kann nur dann erfolgreich sein, wenn die Landesverbände und natürlich vor allem die Vereine bereit sind, den Damensport zu respektieren und zu fördern. Das Führen einer Damenmannschaft nur zum Zweck der Verwendung als Tischorgane bei den Spielen der Herren zählt sicher nicht dazu.
In letzter Konsequenz werden aber die Aktiven selbst alles daran setzen müssen, sich durch eine entsprechende Einstellung und durch gute Leistungen Respekt zu verschaffen.
In diesem Sinn bitte ich alle, an einem Strang zu ziehen und jene Aufbruchsstimmung zu erzeugen, die wir alle dringend brauchen. Wenden Sie sich mit Problemen an mich. Ich kann nicht garantieren, dass ich sie lösen kann, wohl aber, dass ich mich für eine bestmögliche Lösung im Sinne aller Damenvereine einsetzen werde.
Ernst SchlemmerDamensportreferent des ÖBV
Tel. 0676-5344839
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e.schlemmer@basketballoberoesterreich.at